Kunst im öffentlichen Raum ist deshalb so bestechend, weil sie die Umgebung prägt und die Umgebung wiederum das Kunstwerk. Optisch und akustisch gleichermassen. Hören wir genau hin, so entdecken wir eine ganze Palette ortsspezifischer Umgebungsgeräusche. Beschleunigende Autos, klingelnde Trams, Taubengeflatter, Kirchenglocken … Hier setzt der Perkussionist und Soundtüftler Benjamin Brodbeck an und erforscht die Klangfülle von Kunst und Stadt. Nicht nur Ortsgeräusche interessieren ihn dabei, sondern ebenso das Klangpotential eines Kunstwerks. Entstanden sind kurze Kompositionen, die Materialien und Oberflächen erklingen lassen, um deren Klang mit Umgebungsgeräuschen zu verweben. Auf diese Weise verbindet der SoundWalk sieben Skulpturen in Basel. Besuche sie und erkenne ihren Soundtrack!
Starte den Sound Walk bei der «Colonne à éléments interchangeable (Bausteinsäule)» von Hans Arp im Pausenhof der Schule für Gestaltung Basel.
Für den Stadtspaziergang brauchst du dein Mobiltelefon und gute Kopfhörer. Zu Fuss dauert der SoundWalk ungefähr 1,5 – 2 Stunden, mit dem Velo 1 Stunde.
Hans Arps «Colonne à elements interchangeables» aus geometrischen und organischen Elementen misst eine Gesamthöhe von 8,45 m mit einem quadratischen Basiselement von 96 x 96 cm. Gegossen in Beton und aus drei Teilen gefügt, übernimmt die Komposition das Baumaterial der rahmenden Schulbauten. Sie integriert sich aber nicht allein mit dem Material in die zuweilen strenge Geometrie der Architektur. Mit ihren Quadern stellt sie auch eine formale Beziehung zu den sorgfältig proportionierten Gebäudefassaden her, die sie mit organischen Elementen gleichsam elegant kontrastiert.
Seit 1980 sitzt Helvetia nachdenklich und selbstvergessen am Brückenkopf über dem Rhein. Bein, Arm und Kopf aufgestützt, blickt die imposante Bronzefigur flussabwärts. Zu ihr gehören die bekannten Attribute Speer und Schild mit Schweizer Kreuz, aber auch ein abgelegter Umhang, ein Reisekoffer und eine Texttafel.
Aus dem Zentrum eines Sechsecks mit geometrisch ausgestaltetem Podest, das sich gleichsam zum Sitzen anbietet, ragt eine Metallachse rund 3.5 m in die Höhe. Daran sind über 700 präzis zugeschnittene, dünne Metallplatten aufgeschichtet, die sich um diese Achse drehen lassen.
Der Fasnachtsbrunnen entstand 1975 – 77 als Jubiläumsgeschenk an die Stadt Basel, und zwar von der MIGROS-Genossenschaft zu deren 50-jährigem Bestehen. Das Brunnenbecken liegt genau dort, wo die Bühne des alten Stadttheaters war, das 1975 gesprengt wurde. Die Brunnenanlage gehört zu den grössten Arbeiten Jean Tinguelys und zeigt unverkennbare Merkmale seines Schaffens: Kinetische, grazil-raffinierte Figuren und mechanische Konstruktionen, vorwiegend aus wiederverwendetem, schwarz bemaltem Eisen.
Die monumentale Skulptur von Michael Grossert wurde 1976 in unmittelbarer Nähe des Heuwaage-Viadukts aufgestellt. 1970 eingeweiht, machte dieser das Auto zum Hauptakteur eines nunmehr von Verkehrsinfrastruktur dominierten Stadtraums. Der Künstler hielt mit seinem farbenreichen Grossformat dagegen. Die dreiteilige begehbare Plastik ist aus Polyester geformt, ein damals neues Werkmaterial mit nahezu uneingeschränkten Möglichkeiten. Grossert schuf ein Formenspektrum, das oft an Bekanntes erinnert, sich jedoch nie wirklich zuordnen lässt. Ein Umstand, der durch die freie, formunabhängige Farbgebung gestärkt wird. Form und Farbe agieren im abstrakten Bereich, was nach der Installation des Werks heftige Reaktionen bis hin zur Beschädigung auslöste.
Die Himmel greifende Skulptur entstand 2009 mit der Errichtung des benachbarten Gebäudes, für dessen sechs Lichthöfe der Architekt je ein Kunstwerk beauftragt hatte. Für die 24 m hohe, antennengleiche Stahlarbeit war der anliegende Lichthof vorgesehen. Das Werk hat diesen geschützten Ort allerdings verweigert, um sich unauffällig vor dem Haus und damit in einer Umgebung einzurichten, die an Verkehrsinfrastruktur und -belastung, an Ungastlichkeit und Strassenmöblierung kaum zu überbieten ist. Nun steht der skulpturale Mast – ganz ohne Sockel – auf gleicher Ebene mit all den Ampeln, Wegweisern, Verkehrsteilern, Lichtmasten. Dazu nimmt er die metallgraue Farbe derselben auf, die sich auch am Gebäude wiederfindet. Mit den formalen und farblichen Angleichungen erreicht der Künstler grösstmögliche Integration in die Umgebung, oder treffender gesagt: grösstmögliche Unauffälligkeit seines Werks.
Die feingliederige Bronzearbeit «ça commence le matin» steht auf einer Grünfläche beim Haupteingang und wächst rund 240 cm in den Himmel: Verbunden durch ein waagrecht liegendes Element ragen drei unterschiedlich lange Stäbe senkrecht aus einer Bodenplatte rechteckigen Formats. Aus diesem Gestänge erhebt sich eine nahezu schwebende Figur, eine Konstruktion zwischen abstraktem und gegenständlichem Ausdruck. Dabei bleibt offen, wie die Anspielungen auf einen Körper, einen Kopf, auf Flügel oder Extremitäten zu deuten sind.