Basilisk 1880

Ferdinand Schlöth

6’31 · CH-Dialekt/DE · de/en · S2/E8 · 2026

Vier Basilisken und eine neue Brücke, so die Situation der Wettsteinbrücke im Jahr 1880. Heute wacht gerade noch eines der Fabelwesen über die inzwischen erneuerte Brücke. Grabmacherjoggi, angeblicher Zeitgenosse und Augenzeuge der Geschehnisse, erzählt vom Aufstieg und Fall der Basler Brückentiere.

Kunstwerk

Basilisk

Die Wettsteinbrücke wurde 1877 – 79 als zweite Basler Rheinbrücke und somit als Verkehrsbauwerk von grosser Bedeutung erbaut. Entsprechend prächtig wurde sie inszeniert: mit vier imponierenden Basilisken auf hohen Postamenten über den Widerlagerpfeilern. Der Basler Bildhauer Ferdinand Schlöth schuf die mit einem Jahr Verspätung errichteten Fabeltiere, unterstützt von seinem Neffen Achilles Schlöth. Der Basilisk, ein Fabelwesen aus der griechischen Mythologie, begann sich um 1440 als Basler Wappentier zu etablieren und erfreute sich im 19. Jahrhundert grosser Beliebtheit. Hergestellt wurden die rund 3 Meter hohen Basilisken in je 10 Teilformen aus Gusseisen, seinerzeit eine bevorzugte Materialwahl. Dabei verantwortete die Pforzheimer Firma Benckiser die anspruchsvolle Anfertigung; sie führte bereits diverse Gussbauteile der Brücke wie z.B. die Geländer oder Kandelaber aus. 1936 mussten die mächtigen Tiere der Brückenverbreiterung weichen. Sie wurden zunächst im Mühlegraben deponiert, danach verkauft und an unterschiedlichsten Orten in und ausserhalb von Basel platziert. Nach umfassender Brückensanierung 1995 erfolgte am Grossbasler Brückenkopf die Wiederaufstellung desjenigen Basilisken, der zuvor in den Langen Erlen seinen temporären Verbleib hatte. Sein Blick ist von der Brücke abgewandt, was darauf hinweist, dass er ursprünglich einen anderen Standort hatte, denn die Tiere blickten in der Originalaufstellung allesamt zur Brücke hin.

Künstler

Ferdinand Schlöth

Ferdinand Schlöth (*1818 Basel – 1891 Lutzenberg, Appenzell Ausserrhoden) bildete sich zum Bildhauer aus, zunächst in Basel, dann in Rom, wo er in der Folge sein eigenes Atelier betrieb; zurück in der Schweiz lebte er wechselweise in Basel und Lutzenberg über dem Bodensee. Mit seinen spätklassizistischen Monumentalwerken erlangte er gesamtschweizerisch Aufmerksamkeit und Ansehen, insbesondere mit dem 1965 in Stans errichteten Winkelrieddenkmal sowie dem in Basel 1872 eingeweihten Denkmal für die Schlacht bei St. Jakob an der Birs. Dazu schuf Schlöth zahlreiche Skulpturen, Büsten und Reliefs. Die Grundlage seiner Themen war mythologischer und historischer Natur, sein Werkmaterial vornehmlich heller Marmor.

Details

Titel: Basilisk
Datierung: 1880
Künstler: Ferdinand Schlöth (1818 –1891)
Technik / Material: Eisen
Masse: ca. 300 × 300 × 200 cm
Standort: Grossbasler Brückenkopf / Wettsteinbrücke / Basel
Entstehung: Direktauftrag
Sammlung: Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt

Weiterführende Links

Ferdinand Schlöth im SIKART Lexikon

Anfrage betreffend Erwerb und Platzierung eines zweiten Basilisken – Regierungsratsbeschluss vom 2. Dezember 2008

Vom Werden der Wettsteinbrücke-Basilisken im Basler Stadtbuch

Ein kolossaler Basilisk im Spaltenquartier – Artikel in der SpaleZytig

Basilisken am Vierwaldstättersee – Artikel in der bz