Colonne à éléments interchangeables 1961

Hans Arp

6’51 · CH-Dialekt/DE · de/en · S2/E3 · 2026

Es ist ein seltenes Glück, dass ein Kunstwerk eine derart grossartige Bühne erhält! Die Rede ist von der «Colonne à éléments interchangeables» von Hans Arp. Sie steht im offenen Hof der Schule für Gestaltung Basel und damit in einem Architekturensemble von bestechender Qualität. Ursula Gysin, Direktorin der Schule, und Raphael Bouvier, Kurator der Fondation Beyeler, erkunden die herausragende Skulptur und entdecken zahlreiche weitere Werke. 

Kunstwerk

Colonne à éléments interchangeables

Hans Arps «Colonne à elements interchangeables» aus geometrischen und organischen Elementen misst eine Gesamthöhe von 8,45 m mit einem quadratischen Basiselement von 96 x 96 cm. Gegossen in Beton und aus drei Teilen gefügt, übernimmt die Komposition das Baumaterial der rahmenden Schulbauten. Sie integriert sich aber nicht allein mit dem Material in die zuweilen strenge Geometrie der Architektur. Mit ihren Quadern stellt sie auch eine formale Beziehung zu den sorgfältig proportionierten Gebäudefassaden her, die sie mit organischen Elementen gleichsam elegant kontrastiert. 

Hans Arps Säule wie auch alle weiteren Kunstwerke in den Gebäuden und auf dem Areal sind Ergebnis eines engen Austausches zwischen den involvierten Künstlern und den Architekten des Schulhauskomplexes unter Hermann Baur, was zu einer überaus geglückten Interaktion von Kunst und Architektur führte: Bühnengleich bringt die Architektur die Kunst zur Geltung, während die Kunst die hohe Qualität der Architektur verdeutlicht. 

Künstler

Hans Arp

Hans Arp (*1886 Strassburg – 1966 Basel) liess sich nach der Heirat mit der Künstlerin Sophie Taeuber, 1923 in Paris, 1926 in Clamart bei Meudon nieder. Er hat ein grosses plastisches Oeuvre in Stein, Holz und Beton hinterlassen, widmete sich überdies der Zeichnung und Malerei, immer geprägt von Abstraktion, Reduktion und organischer Formgebung. 1931 – 34 war er Mitglied der französischen Künstlergruppe Abstraction-Création und pflegte regelmässig die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. 1942 flüchtete Arp mit Sophie Taeuber vor dem Nazi-Regime nach Zürich, wo sie 1943 verstarb. 1946 kehrte er nach Clamart zurück. Verheiratet mit der Baslerin Marguerite Arp-Hagenbach hielt sich der Künstler nun auch regelmässig in Basel auf, erfreute sich zunehmend internationaler Aufträge, realisierte zahlreiche architekturbezogene Arbeiten und wurde mit namhaften Preisen geehrt: 1963 mit dem Grand Prix National des Arts in Paris oder 1964 mit dem Carnegie-Preis in Pittsburgh um nur diese zu nennen. 

Details

Titel: Colonne à éléments interchangeables (Bausteinsäule)
Datierung: 1961
Künstler: Hans Arp (1886 – 1966)
Technik / Material: Zement
Masse: 845 × 96 × 96 cm
Standort: Allgemeine Gewerbeschule / Schule für Gestaltung Basel / Vogelsangstrasse
Entstehung: Direktauftrag des Baudepartements, auf Empfehlung der Architekten
Hermann und Hans Peter Baur
Sammlung: Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt

Weiterführende Links

Hans Arp im SIKART Lexikon

100 Jahre öffentliche Kunst in Basel im Basler Stadtbuch

Neubau der allgemeinen Gewerbeschule Basel – Artikel in der Zeitschrift Das Werk: Architektur und Kunst

Projektblatt zur Sanierung der allgemeinen Gewerbeschule Basel 

Colonne à éléments interchangeables im Informationsblatt Städtebau & Architektur BVD BS

Ein Feuerwerk von Kunst-und-Bau-Werken auf architekturbasel.ch